Der Continental-Standort Gifhorn sei sehr gut aufgestellt und die Aussichten auf die nächsten Jahre seien nach aktueller Auftragslage positiv. Diese Erkenntnis nahmen der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil und der SPD-Landtagsabgeordnete Detlef Tanke mit aus einem Informationsbesuch bei Betriebsrat und Werkleitung von Continental (ehemals Teves).
In den vergangenen Jahren sind im Werk Gifhorn immer wieder neue Produkte erfolgreich angelaufen. „Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist das Know-How und die Erfahrung unserer Mitarbeiter. Mit dem Elektromotor haben wir ein weiteres, hoch innovatives Produkt in die Serienfertigung übernommen“ berichtete der Leiter der Personalabteilung, Jörg Nimoth.
Continental in Gifhorn sei nicht mehr nur reiner Bremsenhersteller, sondern habe neben der Fertigung von Luftfederungssystemen seine Produktpalette unter anderem um die Produktion von Elektromotoren erweitert. „Der so genannte fremderregte Synchronmotor wird komplett ohne den Einsatz von Seltenen Erden hergestellt. Damit werden wir unabhängiger von Rohstofflieferanten, die dem Weltmarkt die Preise diktieren können“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Ilkay Dominik Malcher.
Heil betonte, dass auch die Politik noch Aufgaben zu erfüllen habe. „Wir müssen auf dem Gebiet der Elektromobilität die Grundlagenforschung ausbauen. Dies fängt schon damit an, dass wir in Deutschland wieder einen Lehrstuhl für Elektro-Chemie benötigen. Als Politik müssen wir aber auch die Fragen beantworten, welcher technische Standard soll erreicht werden und wie kann die Infrastruktur dafür geschaffen werden“, betonte der Gifhorner Bundestagsabgeordnete Heil.
Zudem müsse Deutschland schnellstmöglich eine Rohstoffstrategie entwickeln, darin waren sich alle Anwesenden einig. Nur so könne man Tendenzen entgegensteuern, die auf eine künstliche Verknappung von Rohstoffen abzielt, um die Weltmarktpreise in die Höhe zu treiben. „Hier muss die deutsche Wirtschaft aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen gerät. Und die Politik muss auf nationaler oder europäischer Ebene eine Strategie entwickeln, womit einer Verknappung von elementaren Rohstoffen, die in der Produktionskette von High-Tech-Unternehmen eine Schlüsselrolle einnehmen, wirksam begegnet werden kann“, so der Gifhorner Landtagsabgeordnete Tanke.
Der Elektromotor sei aber auf jeden Fall, neben Hybrid und Verbrenner für Autos definitiv eine weitere Antriebsart von morgen, darin waren sich die Vertreter von Continental aber auch Heil und Tanke einig.